Prüfungsrecht/Ausbildungsrecht

Jeder Mensch muss sich im Laufe seines Lebens Prüfungen unterziehen. Sei es die Abschlussprüfung einer Berufsausbildung, einer Meisterprüfung oder einer Universitätsprüfung. Eine Prüfung stellt für den Betroffenen meist eine erhebliche Belastung dar. Viele Menschen neigen unter dem Prüfungsdruck dazu, dass Ihre Leistung am Prüfungstag unter Ihrem eigentlichen Leistungsniveau liegt. Hinzu kommt die außerordentliche Bedeutung der Prüfung für den weiteren Lebensweg. Ungereimtheiten im Prüfungsverfahren sind daher anfechtbar, weil sie die Chancengleichheit verletzen.

Hierbei sind zum einen formelle Prüfungsfehler angreifbar. Ein formeller Prüfungsfehler liegt etwa vor, wenn während der Klausur Straßenbauarbeiten stattfinden und sie sich wegen des Lärms nicht konzentrieren können. Wichtig hierbei ist, dass solche formellen Fehler meist sofort gerügt werden müssen. Sie können sich daher nicht Wochen später wirksam darauf berufen, dass der Baulärm sie beeinträchtigt hat.

Materielle Fehler können vorliegen, wenn der Prüfer sie beispielsweise aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt oder ein Ergebnis in Ihrer Klausur als falsch bewertet, obwohl es vertretbar ist. Solche Fehler können oftmals erst nach Akteneinsicht erkannt werden.

Es gibt aber auch andere Fehler in Prüfungsverfahren die auftreten können und entweder zu einer Neubewertung oder Neuerbringung der Prüfungsleistung führen.

Hochschulrecht

Die Studienplatzklage bildet den Schwerpunkt im Hochschulrecht. Bei einer Studienplatzklage wird dahingehend argumentiert, dass die Ausbildungskapazität der Universität größer ist als die von ihr zur Verfügung gestellten Studienplätze. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie sich vorher für den gewünschten Studienplatz auch tatsächlich beworben haben. Erhalten Sie den Ablehnungsbescheid der Universität, muss unverzüglich ein Eilverfahren beim zuständigen Verwaltungsgericht eingelegt werden. Das Eilverfahren findet neben dem Klageverfahren statt und ist nötig, da das Klageverfahren mehrere Monate dauern kann und Ihnen von daher nicht weiterhilft. Stellt das Gericht im Eilverfahren fest, dass mehr Studienplätze vorhanden sind als die Universität angegeben hat, können Sie - falls nicht zu viele andere Mitbewerber auch ein Eilverfahren eingelegt haben - einen Studienplatz erhalten. Da Sie den Studienplatz nur vorläufig im Eilverfahren erhalten haben, wird meist mit der Universität ein Vergleich geschlossen, dass Ihnen der Studienplatz endgültig zugesprochen wird. Im Gegenzug dazu verpflichten Sie sich, auf den Kostenerstattungsanspruch aus dem Eilverfahren zu verzichten und die Klage im Hauptverfahren zurückzunehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt im Hochschulrecht sind Probleme mit dem BAföG-Amt. Auch hier kann ein Widerspruchsverfahren oder Klageverfahren sinnvoll sein.

Schulrecht

Viele Eltern wünschen sich für Ihr Kind ein bestimmtes Gymnasium oder eine bestimmte Sekundarschule. Wenn für eine Schule mehr Bewerber als Plätze zur Verfügung stehen, werden die freien Plätze nach bestimmten Kriterien vergeben. Hierbei spielt unter anderem die Durchschnittsnote eine entscheidende Rolle. Falls Ihr Kind keinen Platz an dem "Wunschgymnasium" erhält, erlässt das Schulamt einen ablehnenden Bescheid. Diese Entscheidung ist gerichtlich überprüfbar. Um einen reibungslosen Übergang auf die "Wunschschule" zu gewährleisten, ist zudem ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung beim Verwaltungsgericht zu stellen.